Am heutigen 6. März 2026 stellte das Land Oberösterreich einen Antrag zur Umwidmung des Areals zwischen JKU und Biologiezentrum von „Museum“ auf „Universität + Museum”. Die Initiative „Retten wir den Grüngürtel“ kritisiert diesen Schritt als weitere ökologische Fehlplanung, wie an dem bereits rechtlich gescheiterten Standort oberhalb der JKU im Bereich des Autobahnanschluss Auhof. Trotz voller Unterstützung für das innovative Lehrkonzept der IT:U wird der gewählte Standort aufgrund massiver Natur- und Klimaschutzbedenken und strikt abgelehnt.
Die Vision einer modernen, digitalen Universität ist ein Versprechen an die Zukunft – doch dieses Versprechen darf nicht auf dem Fundament zerstörter Naturräume gebaut werden. Während die IT:U lehrt, wie man die Herausforderungen von morgen löst, drohen Land und Stadt, die Fehler von gestern zu wiederholen.
Harald Müllner, Sprecher der Initiative, findet dafür klare Worte:
„Wir lassen uns nicht abspeisen. Der Widerstand in der Bevölkerung ist riesig, und wir werden alle demokratischen und rechtlichen Mittel ausschöpfen, um diesen Versiegelungswahn zu stoppen. Der Grüngürtel ist sakrosankt!“
Ein riskantes Déjà-vu: Gleicher Ablauf, gleicher Widerstand
Beobachter der Linzer Stadtpolitik reiben sich verwundert die Augen: Der aktuelle Vorstoß von LH Stelzer und Bgm. Prammer folgt exakt dem Muster des gescheiterten Projekts beim Autobahnanschluss Auhof. Erneut wurde eine nahezu wortgleiche Presseaussendung von Stadt und Land veröffentlicht, was die Befürchtung schürt, dass hier eine politische Entscheidung über fachliche Expertise gestellt wird. Die Initiative warnt: Wer die Fehler der Vergangenheit ignoriert, provoziert ein erneutes juristisches und ökologisches Scheitern.
Ja zur IT:U-Lehre – Nein zur Standortwahl
Es ist der Initiative wichtig, ein Missverständnis auszuräumen: Die Kritik richtet sich nicht gegen die IT:U (Interdisciplinary Transformation University) als Institution. Das Konzept der interdisziplinären Lehre und die Ausrichtung auf Zukunftsthemen wie Gesundheit und Bauwesen werden voll unterstützt. Doch eine Universität, die für Nachhaltigkeit und Transformation steht, verliert ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie auf einer der letzten wichtigen Grünflächen der Stadt errichtet wird. Das Konzept ist richtig, der Standort ist falsch.
Fachliche Ausschlussgründe: FFH-Insekten, Wasser und Klima
Gegen die geplante Umwidmung stehen harte fachliche Fakten, die eine Verbauung unvertretbar machen:
- Artenschutz (FFH-Richtlinie): Das Areal ist Rückzugsort für streng geschützte Insektenarten. Eine Umwidmung würde direkt gegen europäische Naturschutzvorgaben verstoßen.
- Klimatechnische Barriere: Die Fläche fungiert als essenzielle Kaltluftschneise. Eine Versiegelung würde die Hitzebelastung im Stadtteil weiter verschärfen.
- Wassertechnische Risiken: Der Boden ist eine wichtige Versickerungsfläche. In Zeiten zunehmender Starkregenereignisse ist jeder Quadratmeter Versiegelung ein Risiko für das lokale Wassermanagement.
- Verkehrstechnisches Nadelöhr: Die bereits jetzt überlastete Infrastruktur rund um die JKU verträgt keine massive zusätzliche Verdichtung ohne neues Mobilitätskonzept.
Der Grüngürtel ist sakrosankt
Die Wiederholung der Argumente verdeutlicht die Dringlichkeit: Es darf keinen „Versiegelungswahn“ geben, nur weil politische Entscheidungsträger schnelle Lösungen suchen. Die Initiative fordert eine Rückkehr zur Vernunft und die Prüfung von Alternativstandorten, die keine geschützten Naturräume vernichten. Der Grüngürtel ist das Erbe der Linzer Bevölkerung und darf nicht für kurzfristige Prestigeprojekte geopfert werden.
Die Initiative „Retten wir den Grüngürtel“ lädt alle Medienvertreter sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger ein, sich über die nicht erteilten Auskünfte nach dem Informationsfreiheitsgesetz und die nächsten Schritte des Widerstands zu informieren.