In die aktuelle IT:U-Standortentscheidung für das Biologiezentrum Linz wurden selbst die Fachexpertinnen und Fachexperten des Landes offenbar in keiner Weise einbezogen, wie das Amt der OÖ Landesregierung selbst kürzlich mitteilte!
Die heute öffentlich bekannt gewordenen Pläne, die neue Digitaluniversität IT:U am Standort des Biologiezentrums Linz bauen zu wollen, stehen im krassen Widerspruch zu den offiziellen Auskünften des Amtes der Oö. Landesregierung vom Vortag.
Mitglieder der BürgerInneninitiative „Retten wir den Grüngürtel“ haben nach dem Informationsfreiheitsgesetz um Auskunft zum Status der Standortsuche zum Neubau der IT:U am Standort des Biolgiezentrums Linz ersucht und auch am 25.11.2025 erhalten.
Im Rahmen einer Anfrage wurde seitens des Amtes der Oö. Landesregierung unmissverständlich festgehalten (im Folgenden wichtige Punkte zusammengefasst):
dass keine Informationen zu einem potenziellen Standort der IT:U im Bereich Biologiezentrum Linz vorhanden sind.
dass nach Rücksprache mit sämtlichen potenziell betroffenen Abteilungen bestätigt wurde,
dass allfällige Überlegungen zu einem Standort der IT:U im Bereich Biologiezentrum Linz von der politischen Ebene bisher nicht bis zur Amtsebene gelangt sind.
dass daher „keine laufenden Verfahren“ bestehen und „keine Unterlagen, Gutachten, Stellungnahmen oder sonstige Akten“ vorhanden sind, die einen solchen Standort betreffen.
Das einzige im Akt befindliche Material besteht aus abgelegten Presseartikeln, die „aus öffentlichen Medien“ stammen – ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Fachabteilungen keinerlei offizielle Informationen oder Arbeitsaufträge erhalten haben.
Trotzdem wurde nur einen Tag später eine politische Entscheidung verkündet die den Anschein erweckt, alles sei geprüft und für gut befunden.
„Genau diese Angaben macht die nun medial verbreitete Standortentscheidung skandalös“ so der Sprecher die Initiative Dr. Alexander Jäger, selbst Experte im Umweltbereich.
Die Entscheidung für den Standort wurde offensichtlich getroffen, ohne dass die fachlich zuständigen Behörden auch nur informiert – geschweige denn eingebunden – wurden.
„Die Oö. Landesregierung setzt den Standort und somit auch die IT:U selbst komplett aufs Spiel“ so Jäger und ergänzt: „Verzögerungen und Einsprüche sind dadurch vorprogrammiert, das hat die IT:U und die Stadt Linz nicht verdient.
Es wurde somit die eigene fachliche Expertise ignoriert und Risiken bewusst in Kauf genommen.
Die Entscheidung erfolgte ohne städtebauliche, naturschutzfachliche, wissenschaftliche oder betriebliche Prüfungen durch die zuständigen Abteilungen.
Die Landesverwaltung hatte zu keinem Zeitpunkt Gelegenheit, die Realisierbarkeit, Auswirkungen oder Alternativen zu prüfen.
Die wesentliche Grundlagen für eine verantwortungsvolle Standortwahl – Sachlichkeit, Überprüfbarkeit, fachliche Fundierung – wurden von der politischen Ebene vollständig umgangen. Eine politische Entscheidung dieser Tragweite ohne Einbindung der Beamtinnen und Beamten Ebene widerspricht den Prinzipien geordneter Verwaltungsvorgänge und gefährdet die Qualität und Legitimität weiterer Schritte, insbesondere allfälliger Umwidmungen.
Die Initiative fordert daher
- Sofortige Offenlegung und Einbindung der Fachbehörden
- Eine Transparente Offenlegung aller Entscheidungsgrundlagen, die zur Wahl des Biologiezentrums als IT:U-Standort geführt haben.
- Die Einbeziehung der zuständigen Fachabteilungen, damit die Entscheidung auf überprüfbaren und sachlichen Grundlagen erfolgen kann.
- Ein öffentlich nachvollziehbares Verfahren, bevor irreversible Schritte wie Umwidmungen eingeleitet werden.
- Politische Entscheidungen dürfen nicht über die Köpfe jener hinweg getroffen werden, die für eine fachlich saubere, rechtlich korrekte und verantwortungsvolle Umsetzung zuständig sind.


